Bezahlen Steuerzahler die Flucht des spanischen Ex-Königs?

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Der frühere Staatschef, der sich vor Korruptionsermittlungen ins Ausland abgesetzt hat, wird jedenfalls von aus Steuermitteln finanzierten Zivilgarden begleitet

Ralf Streck | TELEPOLIS

Spanische Königskrone. Bild: TheRichic/CC BY-SA 4.0

Der Skandal über die Flucht des ehemaligen spanischen Regierungschefs, der sich vor einer Woche vor laufenden Ermittlungen wegen Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption ins Ausland abgesetzt hat, weitet sich aus. Es gibt mehr Drama. Längst war klar, dass die sozialdemokratische Regierung in die gesamten Planungen eingebunden war.

Zuletzt hatte sie deshalb über die ihr nahestehende große Zeitung El País Nebelkerzen gezündet. So soll es nur um den Auszug aus den Königspalast Zarzuela gegangen sein. Man habe gewollt, dass Juan Carlos in Spanien bleiben solle.

Das ist genauso eine Lüge wie die Behauptung des Regierungschefs Pedro Sánchez, angeblich nicht zu wissen, wo sich der Ex-König aufhält. Das wurde spätestens am Montag deutlich, als Innenminister Fernando Grande zugeben musste, dass Juan Carlos auf seiner Flucht sogar von Beamten der paramilitärischen Guardia Civil geschützt wird.

„Niemand darf vergessen, dass wir über den früheren Staatschef Spaniens sprechen, dessen Sicherheit natürlich dem spanischen Staat zufällt“, erklärte Fernando Grande-Marlaska. Es soll sich um vier Beamten handeln, die mit Juan Carlos die Flucht ins Exil angetreten haben. Ob die Kosten für die Zivilgardisten von der Staatskasse übernommen werden, ist unklar. Über die Kosten herrscht, wie über alle anderen Fragen, Stillschweigen bei den Sozialdemokraten und in der Regierung.

Klar ist, dass Juan Carlos wenigstens zwischenzeitlich in Abu Dhabi war. Ein Exil im Wüstensand wäre nur konsequent, denn aus dortigen Ländern soll er besonders viel Schmiergeld erhalten haben. Allein die Schweiz ermittelt gegen ihn wegen der Zahlung von 100 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien.

Auch in diesem Zusammenhang haben die Sozialdemokraten alles getan, in diesem Fall mit den Stimmen aller Rechtsparteien, um eine parlamentarische Untersuchung der Vorgänge zu verhindern.

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