Neuwahl im Libanon: Gerät die Hisbollah in Bedrängnis?


Die Wut der Libanesen auf die politische Elite wächst. Neuwahlen dürften die Lage kaum beruhigen. Auch die Schiitenmiliz Hisbollah bekommt das zu spüren.

Christian Böhme | DER TAGESSPIEGEL

Für die Zerstörung Beiruts ist die Regierung verantwortlich, da sich sich die Einwohner sicher.Foto: Hannah McKay/Reuters

Der Widerstand war zu groß, die Vorwürfe zu schwerwiegend, die Proteste zu massiv. So blieb Hassan Diab letztendlich nichts anderes übrig, als am Montagabend seinen Rücktritt vom Posten des libanesischen Ministerpräsidenten zu verkünden. Gerade sieben Monaten amtierte er – doch die Menschen trauten ihm nicht über den Weg. Und mit der Detonationskatastrophe von Beirut entlud sich ihr Zorn.

Tausende gingen im Herbst auf die Straße, nannten Regierungsmitglieder – die sich in ihren Villen verschanzt hatten – „Mörder“ oder „Terroristen“. Denn für viele steht fest: Das verheerende Unglück wäre womöglich zu verhindern gewesen – hätten die Behörden verantwortungsvoll gehandelt.

Fast 2800 Tonnen hochexplosiven Amoniumnitrats waren vermutlich unsachgemäß im Hafen gelagert. Jetzt gibt es Berichte, die politische Führung habe sogar von der Gefahr gewusst, sei von Sicherheitsexperten bereits im Juli gewarnt worden. Nur: Offenbar hat es keinen gekümmert.

weiterlesen