„Beginn der zweiten Welle ist da“


Nach monatelanger Beruhigung breitet sich das Virus bundesweit erneut mit wachsender Geschwindigkeit aus. Erstmals seit Mai meldeten die Gesundheitsämter wieder mehr als 1200 Neuinfektionen an einem Tag. Dabei treten die Infektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mittlerweile fast flächendeckend auf. Die Zahl der Landkreise, die keinen einzigen Fall meldeten, ist auf rund 40 gesunken. Vor vier Wochen waren es noch 125.

Tim Szent-Ivanyi | Frankfurter Rundschau

In Deutschland könnte die relative Leichtigkeit der vergangenen Wochen verfliegen. © Jörg Carstensen/dpa

Das RKI nannte die gesamte Entwicklung beunruhigend. Politiker reagierten alarmiert und mahnten, die Hygieneregeln einzuhalten – also vor allem Abstand zu halten und Masken zu tragen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte den Trend besorgniserregend. Es gelte sehr wachsam zu sein, vor allem, weil es viele Ausbrüche im ganzen Land gebe, sagte er.

Angesichts der Zahlen begann aber auch eine Debatte über weitere Konsequenzen. „Der Beginn der zweiten Welle ist da“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir können das jetzt ohne neuen Lockdown in den Griff bekommen, aber wir müssen handeln“, mahnte er. Nötig sei, sich auf die möglichen Super-Spreader-Ereignisse zu konzentrieren, also zum Beispiel auf Feiern, bei denen sich viele Menschen anstecken können. „Wir brauchen dringend eine Maskenpflicht auf Plätzen, wo spontane Partys stattfinden, bei denen ausgelassen mit viel Alkohol gefeiert wird. Nur so können wir erreichen, dass diese Partys unterbleiben oder zumindest sicherer werden“, sagte der SPD-Politiker. Ein Verstoß solle mit Bußgeldern geahndet werden.

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