Streit über verbotene Zusammenarbeit: „Man ist entweder Arzt oder Heilpraktiker“


Der CDU-Politiker Alexander Krauß fordert, das Kooperationsverbot zwischen Heilpraktikern und Ärzten zu streichen. Die Bundesärztekammer warnt davor.

Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Weder einheitlich ausgebildet noch staatlich geprüft: Ärzte dürfen mit Heilpraktikern nicht kooperieren. Das Bild zeigt eine…Foto: PNN / Ottmar Winter

Ob Homöopathie oder Ayurveda, Chiropraktik oder Iris-Diagnostik: Umfragen zufolge erfreuen sich sogenannte alternative Behandlungsmethoden bei den Patienten immer größerer Beliebtheit. Grund genug für manche Gesundheitspolitiker, nun auch mal eine Zusammenarbeit zwischen Heilpraktikern und Ärzten zu fordern. „Dass es seitens der Ärzteschaft ein Kooperationsverbot gibt, ist überholt“, findet etwa der CDU-Politiker Alexander Krauß. Die Patienten sollten selber entscheiden können, ob sie nicht von Arzt und Heilpraktiker gemeinsam behandelt werden wollten, meint der Abgeordnete. Und hat schon mal von den Wissenschaftlichen Diensten des Bundestages ausloten lassen, wie sich die bisherige Rechtslage ändern ließe.

Ergebnis: Der Beruf des Heilpraktikers könne entweder formell in den Katalog der Berufe aufgenommen werden, mit denen Ärzte zusammenarbeiten dürfen. Oder – aus Sicht von Krauß die bessere Lösung – er werde in einen staatlichen Ausbildungsberuf umgewandelt, was dann automatisch eine Zusammenarbeit mit Ärzten ermöglichen würde. In der Realität, so der sächsische CDU-Politiker, sei es heute oft schon so, dass sich Ärzte und Heilpraktiker um dieselben Patienten kümmerten. „Doch häufig weiß der eine nicht vom anderen.“

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