Katholische Frauengemeinschaft hofft auf Sekretärin für DBK: Weibliche Akzente für die Männerwelt


„Frauen, bewerbt Euch!“, lautet der Aufruf der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Zum ersten Mal ist die Stelle des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz auch für Frauen ausgeschrieben. Braucht die DBK also eine Sekretärin?

DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE: Wie ordnen Sie das ein, dass jetzt die Bischofskonferenz in einer Stellenanzeige ausdrücklich auch nach einer Frau für dieses Amt des Sekretärs beziehungsweise der Sekretärin einer Bischofskonferenz sucht?

Agnes Wuckelt (stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland): Ich ordne das als eine echte Konsequenz des Beschlusses der Vollversammlung der deutschen Bischöfe im diesem Frühjahr ein. Damals wurde beschlossen, dass 30 Prozent der Leitungspositionen in der Kirche perspektivisch von Frauen besetzt werden. Das heißt, wenn die Bischöfe zu diesem Beschluss stehen, müssen sie sich überlegen, welche der Leitungspositionen von Frauen besetzt werden können. Und die Stelle des Sekretärs oder der Sekretärin der Bischofskonferenz gehört dazu, denn sie setzt nicht die Weihe voraus.

DOMRADIO.DE: Nun sagen einige: Naja, das ist so eine Alibi-Anzeige – diese Stellenausschreibungen, die die Frauen mit einbezieht, so wie der Gesetzgeber es vorschreibt. Was sagen Sie dazu?

Wuckelt: Es liegt natürlich nahe, dass man sagt: Okay, eine Stelle, die ausgeschrieben wird, muss nach Gesetzeslage so ausgeschrieben werden. Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist. Einiges spricht auch dafür, dass es ernst gemeint ist. Denn bislang wurde diese Stelle nicht ausgeschrieben. Da automatisch ein Priester diese Funktion einzunehmen hatte oder einnehmen sollte, haben dann – so vermute ich es mal, denn die letzte Wahl liegt ja bereits lange zurück – einzelne Bischöfe aus ihrem Bistum einen Priester freigestellt, der dann der Vollversammlung der Bischöfe vorgeschlagen und von ihr gewählt wurde.

Diese frei werdende Stelle musste also gar nicht ausgeschrieben werden. Zum anderen ist es auch so, dass diese Stelle eher den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zugeordnet ist und hier überlegt werden muss, wer kann mit wem gut zusammenarbeiten? Und vor diesem Hintergrund habe ich überlegt, Bischof Bätzing ist ein Bischof, der tatsächlich gerne mit Frauen zusammenarbeitet, der es auch ganz ernst meint und der unter dieser Perspektive – ich kann es nur vermuten – auch mit dazu beigetragen hat, dass diese Stelle regulär ausgeschrieben wird.

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