„Manche meinen sogar, Trump sei von Gott geschickt“


Sie sind sehr konservativ, sehr weiß und treue Wähler Donald Trumps: evangelikale Christen. Der Religionssoziologe Philip Gorski untersucht ihren politischen Einfluss und hält die religiösen Überzeugungen der Evangelikalen für demokratiegefährdend.

Philip Gorski im Gespräch mit Christian Rabhansl | Deutschlandfunk Kultur

Mitglieder der Gruppe „Evangelicals For Trump“ beten kurz vor einem Auftritt Donald Trumps im Januar 2020. (imago images / ZUMA Wire)

Bei den letzten US-Präsidentschaftswahlen hat Donald Trump mehr Stimmen von evangelikalen Christen erhalten als je ein Kandidat zuvor. Einer Gruppe von Menschen, die sehr streng gläubig, sehr konservativ und sehr weiß sind. Warum wählen tief religiöse Menschen einen Mann, der ein Serien-Ehebrecher ist, der lügt, schimpft und der sein eigenes Buch „The Art of the Deal“ ständig mit der Bibel vergleicht?

„Manche Evangelikale fühlen sich unterdrückt und verfolgt in den heutigen USA“, erklärt der Religionssoziologe Philip Gorski von der Yale-Universität den Erfolg von Trump bei dieser Gruppe. Sie hätten das Gefühl, einen „starken Beschützer“ zu brauchen, den sie in Trump sähen. „Es gibt manche, die sogar meinen, er sei von Gott geschickt.“

Die Wahrnehmung Trumps als streng gläubiger Christ habe mit seiner Darstellung in christlichen und konservativen Medien der USA zu tun. „Da wird er wirklich so präsentiert“, so Gorski. „Dazu muss man auch sagen, dass er sehr enge und gute Beziehungen zu leitenden Evangelikalen unterhält.“

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