Tourismusexperiment krachend gescheitert


Zwei Monate nachdem Premierminister Kyriakos Mitsotakis am 13. Juni die Eröffnung des Tourismus in CoVid19-Zeiten feierlich verkündet hatte, kommen nun neue Lockdown-Maßnahmen. „Ich bin nicht daran interessiert, Griechenland zum Reiseziel Nummer eins in Europa zu machen. Ich bin daran interessiert, Griechenland zum sichersten Ziel in Europa zu machen“, hatte Mitsotakis seinerzeit gesagt und auch getwittert.

Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Als Mitsotakis seine Worte vor zwei Monaten sprach, lagen die täglichen Infektionszahlen konstant im einstelligen Bereich. Griechenland schien im Kampf gegen CoVid19 im europäischen Vergleich am besten abzuschneiden. Der frühe, sehr strenge Lockdown im März hatte das Land isoliert, bevor sich das Virus ausbreiten konnte. Die Regierung feierte den Erfolg mit triumphalen Erklärungen.

Steigende Infektionszahlen

Seit dem 9. August liegen die Werte über den Höchstwerten, welche Griechenland während der sogenannten ersten Welle verzeichnete. Aich die Zahl der Patienten in den Intensivstationen und die der Todesfälle vermehen sich. Nachdem sich Anfang August Infektionszahlen im hunderter Bereich zeigten, und in der vergangenen Woche die Zahlen in den zweihunderter Bereich stiegen, beschloss die Regierung nun tiefgreifende lokale Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Von Beginn der Pandemie im Februar an dauerte es 32 Tage, bis in Griechenland 1000 Infektionen registriert waren. Nach weiteren vierzehn Tagen war die 2000er Marke überschritten. Danach dauerte es für die nächsten tausend Infektionen 56 Tage. Von 3000 auf 4000 Infektionen stieg die Rate in 42 Tagen. Nach der Öffnung des Tourismus dauerte es weitere 19 Tage, bis die 5000 erreicht waren. In nur sieben Tagen stieg die Fallzahl von 5000 auf 6000 bestätigte Infektionen.

In den Medien wird verkündet, dass nun „Alarmstufe Rot“ gelten würde, weil bei einer weiteren Verschärfung der Infektionslage, Maßnahmen ergriffen werden müssten, welche für die Wirtschaft katastrophale Folgen haben würden. „Maßnahmen jetzt oder eine neue Quarantäne“ titelt die Sonntagszeitung Real News in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Bürger werden per Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen informiert, dass erneut eine Quarantäne wie im März, im April und Anfang Mai verordnet werde, wenn die nun geltenden verschärften Maßnahmen nicht strikt eingehalten werden. Seinerzeit durfte das Haus nur dann verlassen werden, wenn für die Wahrnehmung der erlaubten Ausgänge aus dem Haus eine SMS an einen staatlichen Telefondienst gesandt wurde. Erlaubt waren Einkäufe im Supermarkt und der Apotheke, sowie der Besuch eines Arztes und eine Stunde Spaziergang.

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