Der Abstieg des belarusischen Präsidenten Lukaschenko: „Die Frauen waren der entscheidende Faktor“


Die Mehrheit der Belarusen hat sich von Lukaschenko abgewandt, Staatsbetriebe streiken. So weit wäre es jedoch nicht ohne die Frauen im Land gekommen.

Maria Kotsev | DER TAGESSPIEGEL

Belarussische Frauen halten bei einem Protest weiße Blumensträuße in die Luft, um ihre Solidarität mit den politischen Gefangenen…Foto: Uncredited/AP/dpa

Sind die Frauen in Belarus der Motor der Revolution? Und scheitert Präsident Lukaschenko am Ende an seiner Frauenfeindlichkeit? Die belarusische Oppositionsführerin Sventlana Tichanowskaja erklärte am Montag, sie sei bereit, das Land zu führen. Allein in der Hauptstadt Minsk stehen Zehntausende Demonstranten hinter ihr, Staatsbetriebe kündigen am Montag Generalstreiks an. Sie fordern freie Wahlen, wollen den politischen Umbruch.

Der Druck entfaltete am Montag Wirkung: Lukaschenko zeigte sich einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA am Montag doch für Neuwahlen offen. Allerdings erst, sobald eine neue Verfassung angenommen wurde. Zuvor hatte er eine Wiederholung der Wahlen mehrfach abgelehnt.

„Politologisch waren die Frauen-Märsche in Belarus eine geniale Idee“, sagt Olga Dryndova, Politikwissenschaftlerin und Redakteurin für Belarus-Analysen an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen.

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