Panzer eines tierischen “Schlägers” enträtselt


Der Fangschreckenkrebs hat einen der schnellsten und härtesten Schläge im Tierreich. Seine zu Schmetterkeulen umgewandelten Fangarme zerbrechen selbst Glas und haben die Wucht einer Pistolenkugel. Warum die Keulen bei diesem Aufprall nicht zerbrechen, haben nun Forscher herausgefunden. Demnach sorgt zusätzlich zu der schon bekannten dreischichtigen Mikrostruktur des Krebspanzers eine Beschichtung aus speziellen Nanokristallen für eine Kombination aus Dämpfung und Härte. Beides zusammen sei in diesem Ausmaß bei künstlichen Materialien bislang unerreicht, so die Forscher.

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Fangschreckenkrebs Odontodactylus scyllarus (Bild: slowmotiongli/ iStock)

Der etwa handgroße Fangschreckenkrebs Odontodactylus scyllarus lebt in den Korallenriffen des tropischen Pazifiks. Um seine Beute zu erlegen, hat dieser Krebs eine spezielle Strategie entwickelt: Er erschlägt sie. Nähert sich ihm ein kleiner Fisch oder ein anderer Krebs oder sichtet er eine potenziell schmackhafte Muschel, schleudert Odontodactylus explosionsartig seine verdickten Keulen vor. Schneller als die Faust eines Boxers treffen sie auf die Beute und durchschlagen selbst dicke Panzer und Schalen. “Der Krebs kann beim Schlag Kräfte von bis zu 1500 Newton erzeugen und seine Keule mit dem rund 10.000-Fachen der Erdbeschleunigung beschleunigen”, erklären Wei Huang von University of California in Irvine und seine Kollegen. Beim Schlag bekommt die Schmetterkeule dadurch eine Geschwindigkeit von bis zu 23 Metern pro Sekunde. Dies ist eine der schnellsten Bewegungen im Tierreich. Trotzdem halten die “Boxhandschuhe” des farbenfrohen Krebses tausende solcher Schläge aus, ohne Schaden zu nehmen.

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