Ärzte ohne Grenzen: „Horror“ in spanischen Altenheimen

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„Zu schwach, zu spät und schlecht“ ist eine Studie der spanischen Ärzte ohne Grenzen über die Lage in den spanischen Altenheimen während der Corona-Krise überschrieben. Die Unterüberschrift: „Das inakzeptable Elend alter Menschen während COVID-19 in Spanien“ beschreibt den Inhalt einer vernichtenden Studie von Medicos Sin Fronteras (MSF).

Ralf Streck | TELEPOLIS

Grafik: TP

In Spanien wird sie von vielen Medien aufgegriffen. Sie zitieren daraus zum Beispiel die Forderung, dass das, was in Altenheimen passiert ist, „sich nie wieder wiederholen dürfe“.

Die große Tageszeitung El País greift vor allem den „Mangel an Koordination unter Institutionen und das Fehlen von Führung“ heraus. Sie kritisiert damit auch die ihr nahestehende sozialdemokratische Regierung, die nur schwach, spät und schlecht eingegriffen hat. Eine effektive Hilfe habe es nicht gegeben.

Durch die Unterbringung der Menschen in geschlossenen Räumen und angesichts einer fehlenden medizinischen Versorgung habe sich die Ansteckung vervielfacht und die Sterblichkeit erhöht. Für MSF hängt „ein guter Teil der Schwierigkeiten mit strukturellen Mängeln sowie mit prekären Beschäftigungsverhältnissen und Kürzungen in diesem Sektor zusammen“.

Über die dantesken Szenen hatte Telepolis schon im März berichtet: Alte Menschen waren einfach zum Sterben zurückgelassen worden. Zwischenzeitlich waren Dokumente aufgetaucht, dass die rechte Regionalregierung der Hauptstadtregion Madrid angeordnet hatte, alten Menschen die Einlieferung in Krankenhäuser zu verweigern.

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