Babysprache bei Fledermäusen


Bei uns profitiert die Sprachentwicklung von dem typischen mütterlichen Singsang. Nun haben Forscher das Phänomen der „Babysprache“ auch bei einer Fledermausart festgestellt: Die Weibchen der Großen Sackflügelfledermaus verändern demnach ebenfalls den Klang ihrer Lautäußerungen, je nachdem, ob sie sich an Jungtiere oder Erwachsene richten. Bei diesen sozial lebenden Tieren mit ihrer komplexen Lautkommunikation hat dieses Verhalten möglicherweise eine ähnliche Funktion wie beim Menschen, sagen die Forscher.

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Sackflügelfledermäuse besitzen ein reiches Repertoire an sozialen Lautäußerungen. (Bild: Clinton Harris/istock)

Hohe Stimmlage und langsame, überdeutliche Aussprache: Wenn Menschen mit Kleinkindern sprechen, verändern sie ihr Kommunikationsverhalten in charakteristischer Weise. Besonders bei Müttern ist diese Reaktion im Umgang mit ihren Sprösslingen stark ausgeprägt: Sie sprechen in der Babysprache, die in der englischen Fachsprache auch als „Motherese“ bezeichnet wird. Eine Studie von 2017 hat gezeigt, dass Frauen bei diesem Phänomen unbewusst die charakteristische Klangfarbe ihrer Stimme verändern – unabhängig davon, welcher Sprachgruppe sie angehören. Welche Funktion die veränderte Sprechweise hat, haben Studien ebenfalls bereits verdeutlicht: Die Babysprache dient demnach der Sprachentwicklung von Kleinkindern. Durch die akustischen Merkmale können sie demnach einfacher erkennen, wo ein Wort anfängt und wo es aufhört. Außerdem führt die spezielle Klangfarbe und Tonlage der Babysprache zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit beim Kind, legen Untersuchungen nahe.

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