Libyen: Türkei und Katar wollen Muslimbrudertruppen ausbilden


Die Türkei, Katar und das Muslimbruderregime in Tripolis haben ein Militärabkommen zur Ausbildung der Truppen der sogenannten Einheitsregierung unterzeichnet.

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Die Türkei und Katar sind tief in die Unterstützung des Muslimbruderregimes in Tripolis verwickelt. Trotz Waffenembargo transportiert die Türkei tausende Söldner, vor allem aus Dschihadistenmilizen in Syrien, und Waffen an das Regime. Dabei arbeitet sie eng mit Katar, dem anderen großen Sponsor der islamistischen Muslimbruderschaft, zusammen. Es ist allerdings das erste Mal, dass Katar seine Unterstützung für die Islamisten in Libyen so offen zeigt. Für Katar geht es dabei um eine Stärkung der eigenen Position gegenüber dem regionalen Konkurrenten Saudi-Arabien. Saudi-Arabien gehört zu den Gegnern der Muslimbruderschaft und der Achse Ankara-Doha-Tripolis.

Am Montag unterzeichneten nun der türkische und katarische Verteidigungsminister bei einem Besuch in Tripolis ein Militärabkommen mit der Muslimbruderregierung in Tripolis. Salah al-Namrutsch, der stellvertretende Verteidigungsminister des Regimes erklärte, mit der Türkei und Katar sei „ein Abkommen über eine trilaterale Kooperation zum Aufbau eines militärischen Ausbildungslagers Vereinbart“ worden. Militärs der „Einheitsregierung“ sollen nun auch in den Militärakademien der Türkei und Katars ausgebildet werden. Weiterhin wurde die Entsendung von „Militärberatern“ vertraglich festgelegt

Eine weitere Eskalation in Libyen unter Einmischung der Nachbarstaaten droht durch das Abkommen. In Libyen herrscht ein Stellvertreterkrieg, in dem die Türkei ihre neoosmanischen Ambitionen gegen die Interessen von Russland und Ägypten durchsetzen will.