Vom Trojaner zum Trojaner plus


Sicherheitsbehörden dürfen sich immer tiefer in Handys hacken. Nun deutet sich eine Einigung in der Koalition an, wie weit die Geheimdienste dabei gehen dürfen.

Ronen Steinke | Süddeutsche Zeitung

Dass staatliche Ermittler sich mit Spionagesoftware heimlich in Handys hineinhacken, verbreitet sich immer weiter in Deutschland. Nachdem die Polizei entsprechende Befugnisse inzwischen flächendeckend besitzt, soll bald auch der Verfassungsschutz folgen, der sich durch keinen Richtervorbehalt beschränkt sieht. Über die Details haben das CSU-geführte Bundesinnenministerium und das SPD-geführte Bundesjustizministerium seit mehr als einem Jahr gestritten. Ihre Einigung, so ist jetzt zu hören, nimmt Gestalt an.

Um zwei Methoden zur digitalen Spionage geht es. Die erste ist die Telekommunikationsüberwachung an der Quelle, die „Quellen-TKÜ“. Gemeint ist, dass Agenten des Verfassungsschutzes direkt in ein Smartphone oder einen Computer eindringen. Mithilfe einer eingeschleusten Schadsoftware, eines sogenannten Trojaners, fangen sie dort laufende Kommunikation ab, etwa Telefonate oder Messenger-Nachrichten, noch bevor diese von dem Messenger-Programm verschlüsselt werden.

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