Bericht: Contergan-Experimente an Kindern in Caritas-Einrichtung


Das Schlafmittel Contergan wurde 1961 vom Markt genommen, weil es traurige Folgen hatte: Totgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen. Nun wurde bekannt, dass zuvor in einer Caritas-Einrichtung Experimente mit dem Medikament durchgeführt wurden.

katholisch.de

Laut einem Bericht des ARD-Magazins „Report Mainz“ (Dienstag) wurde in der Caritas-Lungenheilanstalt „Maria Grünewald“ in Wittlich (Rheinland-Pfalz) der Einfluss von Contergan an mehr als 300 tuberkulosekranken Kindern getestet. Dies sei geschehen, bevor das Mittel 1961 vom Markt genommen wurde. Ob Kinder dadurch geschädigt wurden, sei nicht bekannt.

Der Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert, der zugleich Vorsitzender des Caritasverbandes für das Bistum Trier ist, sagte dem Magazin, man habe nichts von den Versuchen gewusst und sei erschüttert. Die Geschehnisse wolle man aufklären: „Soweit wir das tun können, bedauern wir das sehr und entschuldigen uns für Fehler, die unter dem Namen der Caritas passiert sind“, so Gebert. Es sei beschämend, wenn wehrlose Kinder zu Objekten von Experimenten würden: „Das ist ja Körperverletzung.“ Der Caritasverband sicherte eine Aufklärung der Vorfälle zu.

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