Die Kirche darf es der AfD nicht zu leicht machen


Eine kirchliche Nicht-Wahlempfehlung für die AfD sorgt in einschlägigen Kreisen für Empörung. Auch wenn die Kirche immer politisch ist: Manche Kräfte sollte man nicht bei der Konstruktion ihres Opfermythos unterstützen, kommentiert Matthias Altmann.

Matthias Altmann | katholisch.de

Kaum meldet sich eine kirchliche Organisation mit AfD-kritischen Inhalten zu Wort, bekommt die rechte Filterblase im Netz – wieder einmal – Schnappatmung. Schnell und in hoher Schlagzahl hagelt es Beschimpfungen; es werden Vorwürfe der illegitimen Parteinahme und der Verletzung des Neutralitätsgebots laut. Eine neue Folge dieser bekannten Reihe lief Anfang der Woche, als die katholischen Verbände im Bistum Aachen für die anstehende Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen zumindest indirekt eine Nicht-Wahlempfehlung für die AfD ausgaben.

Die Kirche und ihre Organisationen sollen sich aus der Politik raushalten: Wer das fordert, verkennt, dass die Kirche gar nicht anders kann, als politisch zu sein. Das Christentum verdankt seinen Siegeszug nicht zuletzt der gesellschaftlichen Sprengkraft seiner Botschaft. Nächstenliebe, Gewaltfreiheit, Solidarität – das alles sind explizite Forderungen Christi. Denn er verschiebt das Reich Gottes nicht erst auf die Zeit nach dem Tod, sondern beauftragt die Menschen, schon im Hier und Jetzt daran zu bauen.

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