Eismangel ließ Forschungsschiff überraschend schnell den Nordpol erreichen


Kapitän berichtet, dass erstmals ausgedehnte Flächen offenen Wassers fast bis zum Pol reichen

DERSTANDARD

Der geografische Nordpol, von Bord der Polarstern aus gesehen. Foto: Markus Rex/Alfred Wegener Institut

Das deutsche Forschungsschiff Polarstern hat auf dem letzten Fahrtabschnitt seiner Arktis-Expedition den Nordpol erreicht – und aufgrund des Eismangels ging es deutlich schneller als gedacht: „Es war ein unglaublich schneller Ritt“, sagte Expeditionsleiter Markus Rex. Die Freude der Forscher über diesen Höhepunkt ihrer einjährigen Expedition ist allerdings getrübt, zeigt ihre Reise doch, wie stark das Meereis in der Arktis zurückgeht.

„Ich bin sehr erstaunt, wie weich und leicht durchfahrbar das Eis dieses Jahr bis 88 Grad Nord angetaut ist und dementsprechend weich und löchrig“, berichtet Polarstern-Kapitän Thomas Wunderlich. „Sogar nördlich von 88 Grad Nord sind wir meist mit fünf bis sieben Knoten unterwegs, das habe ich soweit im Norden noch nicht erlebt. Die Situation ist für diese Region historisch. Normalerweise hält man sich aus der Region nördlich von Grönland besser fern, weil hier das dickere und ältere Eis liegt und kaum ein Durchkommen ist. Jetzt finden wir hier erstmals ausgedehnte Flächen offenen Wassers fast bis zum Pol vor.“

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