„Steigende Infektionszahlen in Kauf nehmen“: Ökonom Straubhaar warnt vor zweitem Lockdown


Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar hat vor einem zweiten bundesweiten Lockdown der Wirtschaft gewarnt und stattdessen dafür plädiert, steigende Infektionszahlen in Kauf zu nehmen.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar (imago/Reiner Zensen)

Straubhaar sagte im Deutschlandfunk, bei der eingeschlagenen Strategie müsse man damit rechnen, dass die Infektionszahlen weiter stiegen. Ohne Impfung schaffe man es nicht, das Virus zu verdrängen oder auszumerzen. Man sollte daher nicht hysterisch auf das Infektionsgeschehen gucken.

An einfachen Mitteln zur Eindämmung festhalten

Straubhaar betont, er setze sich stattdessen für eine Stratgie ein, steigende Infektionszahlen zuzulassen. Selbstverständlich müsse man aber weiter an den einfachen Mitteln zur Eindämmung des Virus festhalten, die sich bewährt hätten. Das umfasse Abstandsregeln, das Tragen von Masken und Hygienemaßnahmen. Dies seien Instrumente, die niemanden fundamental in seinen Grundrechten einschränkten.

Sollte es dagegen erneut zu einem großflächigen Lockdown der Wirtschaft kommen, fürchtet Straubhaar, dass dieser auch negative Folgen für die Bekämpfung des Coronavirus haben würde. Man dürfe die Wirtschaft nicht gegen das Gesundheitssystem ausspielen. Eine starke Wirtschaft werde gebraucht, um auch im Gesundheitsbereich Fortschritte zu erzielen, die letztlich den Menschen zugute kommen würden.