Knobloch fordert von Zuckerberg Einsatz gegen Holocaust-Leugner


Der Facebook-Chef solle „energisch und dauerhaft“ gegen den Missbrauch der freien Rede vorgehen, appelliert die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden.

Süddeutsche Zeitung

Charlotte Knobloch, die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, steht seit 1985 an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. (Foto: dpa)

Charlotte Knobloch verlangt von Facebook-Chef Mark Zuckerberg deutliches Einschreiten gegen antisemitische Äußerungen und Holocaustleugnung in dem größten sozialen Netzwerk. „Das Klima von Einschüchterung und Hass, das diese Entwicklung schafft, dürfen wir nicht hinnehmen, das dürfen Sie, verehrter Herr Zuckerberg, nicht hinnehmen. Ich bitte sie und fordere sie auf, energisch und dauerhaft gegen diesen Missbrauch der freien Rede vorzugehen“, sagt die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland in einem Video, das die Claims Conference am Donnerstag veröffentlicht hat. Unter dem Hashtag #nodenyingit sind dort auch Botschaften anderer Holocaust-Überlebender zu finden.

Knobloch verweist in ihrem Beitrag auch darauf, dass es immer weniger Holocaust-Überlebende gibt, die von ihren Erfahrungen berichten können, da viele mittlerweile gestorben sind. „Immer mehr verantwortungslose Menschen nutzen das aus, um öffentlich zu bestreiten, dass es den Holocaust jemals gab“, beklagt die 87-Jährige, die seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist. „Die Erinnerung wachzuhalten, ist bereits schwer genug. Sie darf nicht noch durch Leugnung verwässert und zerstört werden.“

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