Meereserwärmung treibt Tropen-Ausdehnung

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In den letzten Jahrzehnten hat sich der Tropengürtel der Erde langsam, aber stetig ausgedehnt – im Schnitt um rund 60 Kilometer pro Dekade. Welcher Mechanismus hinter dieser Entwicklung steckt, blieb aber bislang unklar. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass die Erwärmung der Ozeane eine entscheidende Rolle für die Tropenausdehnung spielt: Überall dort, wo sich Strömungswirbel und Temperaturgradienten der Meere ein Stück weit in Richtung der Pole verlagert haben, dehnten sich auch die Tropengürtel stärker aus. Dieser Zusammenhang zeigte sich im Vergleich von Messwerten, ließ sich aber auch in einem Klima-Ozean-Modell rekonstruieren.

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Der von Regenwäldern geprägte Tropengürtel breitet sich aus. (Bild: NASA/ iStock)

Die Tropen sind die wärmste Region der Erde und erstrecken sich wie ein breiter Gürtel längs des Äquators. Im Zentrum dieser als Innertropische Konvergenz bezeichneten Zone steigt warme Luft auf und bildet Quellwolken, die sich in Tropengüssen und Gewittern entleeren. Dies sorgt für das typische warm-feuchte Tropenwetter. In der Höhe strömt die aufgestiegene Luft nach Norden und Süden ab und sinkt dann in einem Streifen beiderseits des Äquators als trockene, kühlere Luft wieder ab. Sie prägt damit die trockenen Subtropen. “In den letzten 15 Jahren haben zahlreiche Daten belegt, dass sich die Grenzen der Tropen und der angrenzenden Subtropen mit dem Klimawandel in Richtung höherer Breiten verschieben”, berichten Hu Yang von Alfred-Wegener Institut Helmholz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und seine Kollegen. Satellitendaten zufolge weitet sich der Tropengürtel dadurch je nach Region um 0,25 bis 0,5 Breitengrade pro Dekade aus.

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