Ein „No Deal 2.0“ wäre für Großbritannien verheerend


Die Gespräche über die Beziehungen zwischen London und Brüssel kommen nicht voran. Der britische Premier Johnson betreibt ein gefährliches Spiel. Ein Kommentar

Albrecht Meier | DER TAGESSPIEGEL

Der britische Premier Boris Johnson hat eine desaströse Woche hinter sich. In Großbritannien hat ein  Skandal um die Uni-Zulassung von Schulabsolventen, bei der die Noten vorübergehend allein anhand eines nicht auf Chancengerechtigkeit ausgerichteten Computerprogramms ermittelt wurden, die Kompetenz der Regierung wieder einmal  in Frage gestellt. Johnson musste sich darauf konzentrieren, die Gemüter von Tausenden Eltern und Schülern auf der Insel wieder zu beruhigen.

Für den Brexit und dessen Folgen blieb da in Johnsons Terminkalender nicht mehr viel Platz – und dies, obwohl in dieser Woche erneut die Verhandler der EU und Großbritanniens in Brüssel versucht haben, einem Abkommen über ihre künftigen Handelsbeziehungen einen Schritt näher zu kommen. Doch auch die siebte Gesprächsrunde brachte keinen Fortschritt. Frustriert stellte der EU-Chefverhandler Michel Barnier fest, es habe beim Austausch mit seinem britischen Gegenüber David Frost zum Teil eher Rück- als Fortschritte gegeben.

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