Erdogan muss aus seinem Gas-Fund die Luft rauslassen


Erdogans „historische Freudenbotschaft“ über Erdgas im Schwarzen Meer fällt bescheidener aus als angekündigt. Sie war ein Versuch aus dem Umfragetief zu kommen.

Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Von einem historischen Tag war die Rede, von einem Wendepunkt für die Türkei: Zwei Tage lang hatten Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierung der türkischen Öffentlichkeit eine bahnbrechende Nachricht versprochen – doch als Erdogan die Neuigkeit am Freitag verkündete, fiel die „Freudenbotschaft“ bescheidener aus als erwartet.

In einer Fernsehrede gab Erdogan die Entdeckung von 320 Milliarden Kubikmetern Erdgas im Schwarzen Meer bekannt. Der größte Energiefund in der Geschichte der Türkei werde das Land unabhängig von Importen machen, sagte Erdogan.

Allerdings ist die gefundene Erdgasmenge nicht so bedeutend, dass die Türkei jetzt plötzlich zur Großmacht wird. Erdogan fachte zudem den Gasstreit im östlichen Mittelmeer weiter an: Die Türkei wolle dort die Suche nach Erdgas in umstrittenen Gewässern intensivieren, sagte er.

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