Rechtsmediziner: Kindesmisshandlung oft schwer zu erkennen


Unfall oder Kindesmisshandlung? Nicht nur für das Umfeld, auch für die Rechtsmedizin sei es oft schwierig zu entscheiden, ob Verletzungen durch Unfälle oder eine Misshandlung entstanden sind, sagte der Gießener Rechtsmediziner Reinhard Dettmeyer dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wir stellen immer die Gegenfrage: Könnte es auch ein Unfall gewesen sein?“

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Bei Verletzungen in bestimmten Arealen würden die Rechtsmediziner stutzig, etwa am Rücken und auf der Rückseite der Beine. Doppelstriemen entstünden durch Schläge mit dem Gürtel. Auch sogenannte „Brillenhämatome“ am Auge seien „immer verdächtig“. „Stumpfe Gewalt“, zum Beispiel ein Tritt in den Oberbauch, sei bei Kindern am häufigsten und ziehe oft „schlimme Verletzungen“ nach sich, sagte Dettmeyer, der Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts an der Universität Gießen ist.

An dem Institut ist ein besonderes Projekt angesiedelt: das „Forensische Konsil Gießen“ (FoKoGi).

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