Historiker Jobs: Folgen der Sklaverei bis heute in US-amerikanischer Gesellschaft sichtbar


Der Berliner Historiker Sebastian Jobs sieht einen Zusammenhang zwischen der historischen und der heutigen Situation von Afroamerikanern in den USA.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Seit Oscar Grant 2009 durch Polizeigewalt ums Leben kam, prangt sein Konterfei an der Fruitvale Station (Aufnahme von 2009) (imago / ZUMA Press)

Jobs sagt im Deutschlandfunk, die Verschleppung und Versklavung von über 12 Millionen Menschen aus Afrika sei der Beginn einer Erzählung gewesen, die im Leben von Afroamerikanern noch immer eine große Rolle spiele. Bis heute hätten viele Afroamerikaner das Gefühl, nicht Herr über ihr eigenes Leben zu sein und viele Entscheidungen nicht frei treffen zu können. Als Beispiele nannte er unter anderem die Benachteiligung von Schwarzen im Beruf und bei der Gesundheitsvorsorge sowie die Polizeigewalt gegen schwarze Menschen.

Sklaven in den USA waren Eigentum ihrer Besitzer

Hauptgrund sei, dass es bei der Sklaverei in den USA gegenüber jener im Römischen Reich zwei große Unterschiede gegeben habe. So seien Sklaven in den USA Eigentum der Sklavenhalter gewesen. Der Status der Sklaverei habe sich zudem automatisch auf die Kinder von Sklaven übertragen. Bei Afroamerikanern führe das bis heute dazu, dass sie sich fremd im eigenen Land fühlten, meinte Jobs.

weiterlesen