Überschallgeschwindigkeit im Gestein


Dynamischer als gedacht: Erdbebenwellen breiten sich nicht nur geradlinig im Gestein aus, sondern können sogar ihre Richtung umkehren – und sich auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigen. Das belegen Messungen eines unterseeischen Sensornetzwerks am Mittelatlantischen Rücken. Diese bislang nur theoretisch vorhergesagten Richtungs- und Tempowechsel können ein Erdbeben gefährlicher machen und müssen nun stärker in Vorhersagen und Modellen berücksichtigt werden, so die Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“.

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Die Romanche-Störung am Mittelatlantischen Rücken ist bei einem Erdbeben auf ungewöhnliche Weise gebrochen. © Universität Kiel/ Andreas Steinberg

Ob San Francisco, Tokio oder Istanbul: Einige Ballungsräume der Erde sitzen buchstäblich auf dem Schleudersitz, denn ihnen droht ein schweres Erdbeben. Umso wichtiger ist es, das Verhalten von Verwerfungen vor und während eines Bebens möglichst genau zu kennen. „Wie ein Erdbebenbruch sich im Gestein ausbreitet, beeinflusst stark die potenziell zerstörerischen Erschütterungen des Untergrunds“, erklären Stephen Hicks vom Imperial College London und seine Kollegen.

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