Kreuzfahrer – „Mönchskönig“ – Reliquiensammler


Er war Frankreichs letzter König, dem die Kreuzzugsidee noch am Herzen lag. Für die Dornenkrone Christi ließ Ludwig IX. die vielleicht prächtigste gotische Kapelle der Welt errichten. Er selbst starb elend im Zeltlager.

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Der König starb an jenem Ort, wo sich einst die Akropolis der antiken Großmacht Karthago befand. Auf dem höchsten Punkt des Bursa-Hügels soll damals sein Zelt gestanden haben, als Ludwig IX. an jenem 25. August 1270, vor 750 Jahren, auf dem Weg zum Siebten Kreuzzug dahingerafft wurde, ob von Ruhr, Gelbfieber oder Pest. Er war Frankreichs letzter König, dem die fast 200 Jahre umspannende Kreuzzugsidee noch echt am Herzen lag – und der letzte, der von der Kirche heiliggesprochen wurde. «Jerusalem» soll sein letztes Wort gewesen sein.

Wegen seiner untadeligen Haltung und seiner strengen Lebensführung, die ihm den Spitznamen «Mönchskönig» eintrug, galt Ludwig IX. im Spätmittelalter als Inbegriff des christlichen Herrschers: demütig und entschlossen, gottergeben und asketisch, großzügig und gerecht. Tatsächlich war er dabei keineswegs friedfertig – und regierte äußerst autoritär. Sein Gefolgsmann Jean de Joinville kritisierte, der König sei gleichgültig gegenüber seiner eigenen Frau Margarete von der Provence, die ihm zwölf Kinder gebar, und vergöttere dafür seine Mutter Blanka von Kastilien.

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