Afrika ist frei vom Poliovirus


Früher starben Hunderttausende Kinder an Polio. Jetzt hat Afrika das Wildvirus besiegt. Auch weil zwei Großmächte ihren Nationalismus hintangestellt haben. Ein Gastbeitrag des WHO-Direktors und des Präsidenten von Rotary International.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Holger Knaack | Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Könnte man die Sonne patentieren?“ So lautete die berühmte Antwort des amerikanischen Immunologen Jonas Salk auf die Frage, ob er seinen bahnbrechenden Impfstoff gegen Polio patentieren lassen werde. Das Poliovirus, das einst Jahr für Jahr Hunderttausende Kinder tötete oder lähmte und zu Ausgangssperren für Kinder während der Sommermonate führte, ist einen Schritt näher daran, in die Geschichtsbücher einzugehen. Seit 2016 hat es keine registrierten Fälle mehr gegeben, und so kann die Zertifizierung der afrikanischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als frei vom Polio-Wildvirus als einer der größten Erfolge in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit gelten. 

Die Bereitstellung von Polioimpfungen für jedes Kind in der afrikanischen Region und die Ausrottung des Wildvirus sind keine geringen Errungenschaften, und die dabei gewonnenen Fähigkeiten und Erfahrungen stellen eine Anleitung für den Umgang mit Krankheiten sowie das Erreichen der ärmsten und am stärksten marginalisierten Gruppen mit lebensrettenden Angeboten dar.

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