Kasper: Suizidbeihilfe kann nicht Aufgabe der Kirche sein


Walter Kasper weist Aussagen des evangelischen Bischofs Ralf Meister zur „theologischen Möglichkeit“ der Suizidbeihilfe deutlich zurück: Der emeritierte Kurienkardinal betont stattdessen die Wächterrolle der Kirche bei diesem Thema.

katholisch.de

Bild: ©KNA

Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper hat sich gegen die Auffassung des evangelischen Landesbischofs von Hannover, Ralf Meister, gewandt, das Recht eines Menschen auf Selbsttötung als theologische Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Wer ein Recht auf Suizid mit Berufung auf die von Gott gegebene Selbstbestimmung des Menschen beanspruchen wolle, begehe den Grundfehler, diese Selbstbestimmung abstrakt und losgelöst von der konkreten Lebenssituation und der sozialen Situation zu betrachten, sagte Kasper am Montag der in Würzburg erscheinenden Zeitung „Die Tagespost“. Freiheit sei immer auch und sogar wesentlich die Freiheit der anderen.

„Man hat erfüllte Freiheit nur in einem freiheitlichen, fürsorglichen, lebenswerten und liebenswerten sozialen Kontext, in dem die Würde jedes Menschen nicht nur prinzipiell betont, sondern der Lebenswert jedes Menschen unabhängig von der Leistungsfähigkeit, der Produktivität und vom Alter anerkannt wird“, so Kasper wörtlich. Nur so könne der Kurzschluss verhindert werden, das eigene Leben sei nichts mehr wert und könne deshalb beendet und weggeworfen werden.

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