Die Schweizer Firma Climeworks will auf Island jährlich 4000 Tonnen CO2 versteinern


Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, könnte es notwendig werden, Kohlendioxid aus der Luft zu entfernen. Ein Firmenkonsortium hebt die «Direct air capture»-Technologie nun auf die nächste Stufe.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

2017 eröffnete Climeworks eine CO2-Filteranlage auf dem Dach der Kehrichtverbrennungsanlage in Hinwil. Eine ähnliche Anlage soll jetzt auf Island installiert werden. Karin Hofer

Die Schweizer Firma Climeworks schaltet bei der Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre einen Gang höher. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben hat, hat es Verträge mit zwei isländischen Firmen abgeschlossen, um in Zukunft 4000 Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft zu filtern und dauerhaft im Boden zu speichern. Die geplante Anlage wird eine Testanlage auf Island ersetzen, die seit 2017 jährlich 50 Tonnen CO2 aus der Luft entfernt. Mit dem Gemeinschaftsprojekt skalieren die drei Firmen eine Technologie, von der man sich langfristig einen relevanten Beitrag zur Stabilisierung des Klimas verspricht.

Dauerhafte Entsorgung von CO2

Climeworks betreibt seit 2017 eine Anlage in Hinwil, die jährlich rund 1000 Tonnen CO2 aus der Luft filtert. Das Treibhausgas wird an eine benachbarte Gärtnerei verkauft, die damit das Pflanzenwachstum ankurbelt. Langfristig besteht das Ziel von Climeworks allerdings darin, das CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen. Dafür muss das Gas im Boden gespeichert werden. Die isländische Firma Carbfix hat hierfür eine Lösung entwickelt, die natürliche geologische Prozesse imitiert. Das CO2 wird in Wasser gelöst und dann unter Hochdruck in das Basaltgestein im Untergrund gepresst. Studien zeigen, dass innerhalb von zwei Jahren 95 Prozent des Kohlendioxids versteinern und somit dauerhaft gebunden sind.

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