Orbán: „Christliches“ Mitteleuropa muss sich gegen homofreundlichen Westen verbünden


Ausgerechnet bei einer Gedenkfeier zum Ersten Weltkrieg ruft der ungarische Autokrat ehemalige Bruderstaaten des Ostblocks dazu auf, gegen den Westen zusammen zu stehen, weil dieser Homosexualität, Einwanderung und Atheismus fördere.

QUEER.DE

Viktor Orbán bei einem Treffen der Europäischen Volkspartei, der auch CDU und CSU angehören. Die EVP hat die Mitgliedschaft der Fidesz-Partei des Autokraten inzwischen suspendiert (Bild: European People’s Party / flickr(CC BY 2.0))

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am vergangenen Donnerstag mitteleuropäische Nationen aufgerufen, sich gegen „den Westen“ zu vereinigen. Im Rahmen der Einweihung eines Budapester Denkmals, das an den nach dem Ersten Weltkrieg geschlossenen Vertrag von Trianon aus dem Jahr 1920 erinnert, sagte der Nationalist laut ungarischer Medien: „Der Westen hat aufgegeben, an die Stärke der Nation und der Familie zu glauben.“ Westliche Staaten glaubten auch nicht mehr „an ein christliches Europa und experimentieren stattdessen mit einem gottlosen Kosmos, Regenbogenfamilien, der Migration und einer offenen Gesellschaft.“

Der 57-Jährige rief mitteleuropäische Länder auf, eine Koalition zu schmieden und zur Neuordnung Europas beizutragen. Dabei sprach er ehemalige Ostblockstaaten an, die sich an der liberalen Demokratie reiben. Er gebe derzeit unter „polnischer Führung“ eine einmalige Chance, dass Staaten von der Ostsee bis zum Balkan in diesen Fragen gemeinsam vorangehen könnten.

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