USA: lassen Blut-Plasma als Not-Therapie gegen Covid-19 zu – Ärzte zweifeln


Nach Druck von Präsident Trump hat die FDA den Einsatz von Plasma von genesenen Corona-Patienten für Notfälle erlaubt, was für manche Mediziner zu schnell ging.

Antonio Regalado | heise online

(Bild: Ahmad Ardity | Pixabay)

Die USA haben den breiten Einsatz von Blut-Plasma von Überlebenden einer Infektion mit Covid-19 als Notfall-Maßnahme bei Corona-Patienten zugelassen, obwohl es bislang wenige Belege für die Wirksamkeit gibt.

Bei der vom Weißen Haus als „Durchbruch“ bezeichneten Therapie wird Plasma von Überlebenden Personen verabreicht, die aktuell mit dem Coronavirus kämpfen. Seit Anfang des Jahres wurde damit in China und den Niederlanden experimentiert. Auch in den USA wurden nach Angaben der Medikamenten-Behörde FDA schon mehr als 70.000 Patienten im Rahmen von Studien oder fallweisen Ausnahmen damit behandelt.

Blut-Plasma von Corona-Überlebenden enthält Antikörper, die dazu beitragen können, ein Virus zu blockieren. Laut Studien können solche Transfusionen die Wahrscheinlichkeit von Todesfällen verringern, vor allem wenn sie früh eingesetzt werden. In ihrer Zulassung als Notfall-Maßnahme verweist die FDA auf dieses geringere Todes-Risiko und bezeichnet Plasma von Genesenen als „potenziell viel versprechende“ Therapie. Als neue „Standard-Behandlung“ sei es jedoch noch nicht qualifiziert.

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