Wie kalt war die letzte Eiszeit?


Vor rund 20.000 Jahren waren weite Teile der Nordhalbkugel von Gletschern bedeckt – es war der Höhepunkt der letzten Eiszeit. Doch wie kalt es zu dieser Zeit auf der Erde war, ist bislang mit großen Unsicherheiten behaftet. Jetzt haben Forscher die damaligen Temperaturen mithilfe von geochemischen Indikatoren und Klimamodellen neu eingegrenzt. Demnach lag die globale Mitteltemperatur auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit rund 6,1 Grad niedriger als im jetzigen Zeitalter des Holozäns. Auf Basis dieser Daten haben die Wissenschaftler auch die Sensitivität des Erdklimas neu berechnet – die Reaktion des Klimas auf Veränderungen der Treibhausgase. Für jede Verdopplung des CO2-Werts steigen demnach die Temperaturen um 3,4 Grad.

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Während der letzten Eiszeit war ein Großteil der Nordhalbkugel von Gletschern bedeckt. (Bild: Grafissimo/ iStock)

Die letzte Eiszeit hat die Entwicklung vieler Landschaften und auch die Lebenswelt unserer Breiten entscheidend geprägt. Gleichzeitig ist sie die jüngste der vielen Vergletscherungen, die unser Planet im Laufe der Erdgeschichte durchlebt hat. “Das letzte glaziale Maximum ist eine der bestuntersuchten paläoklimatischen Zeitperioden, denn es bietet exzellente Möglichkeiten zu untersuchen, wie das Klimasystem auf Veränderungen der Kryosphäre und der Treibhausgase reagiert”, sagen Jessica Tierney von der University of Arizona in Tuscon und ihre Kollegen. Gleichzeitig jedoch ist das Klima dieser Phase nur schwer genauer zu bestimmen. Denn Wissenschaftler können nur indirekt, über fossile oder geochemische “Zeitzeugen”, auf die Bedingungen zur damaligen Zeit schließen. Aufschluss geben beispielweise marine Mikrofossilien wie Foraminiferen, Kieselalgen oder Radiolarien, deren Artenspektrum Rückschlüsse auf die Meerestemperaturen erlauben. Auch die Isotopenwerte ihrer Schalen können Rückschlüsse auf die Klimaverhältnisse ermöglichen.

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