Glitzernde Fettkristalle


Die grünen Glitzersteine auf dem Foto sind alles andere als wertvoll: Es handelt sich dabei um sogenannte Fettkristalle. Im menschlichen Körper können sie chronische Entzündungen auslösen, so die Ergebnisse einer neuen Studie.

wissenschaft.de

(Bild: AG Kürschner/Universität Bonn)

Bei einigen Menschen führt ein seltener Gendefekt führt dazu, dass ihre Zellen wegen eines veränderten Enzyms fehlgebildete Fette bilden – sogenannte Deoxysphingolipide. „Diese exotischen Moleküle haben den Nachteil, dass sie nur sehr langsam abgebaut werden können”, erklärt Lars Kürschner von der Universität Bonn. „In hoher Konzentration bilden sie zudem in den betroffenen Zellen kristallähnliche Klümpchen.” Die Folgen dieser Störung sind schwerwiegend.

Bisher bekannte Folgen der Mutation sind unter anderem das Absterben von Nervenzellen, wodurch das Schmerzempfinden gehemmt wird, Gehörverluste auftreten oder auch eine frühzeitige Demenz. Häufig leiden Betroffene auch unter Hautschäden, die nur schwer zu heilen sind oder sogar chronisch verlaufen. Der Grund: Die große Anzahl an Fettkristallen in den Zellen schränkt die Funktion der Mitochondrien – der zelleigenen Kraftwerke – massiv ein. „Das betrifft vor allem die Nervenzellen”, sagt Kürschner.

weiterlesen