Jede Menge Windstrom


Tief „Kirsten“ hat gestern und heute für viel Wind und Regen gesorgt und den Anwohnern des Tagebaus Garzweiler 2 im Rheinland besonderen Ärger beschert. Der Sturm wirbelte so viel Staub aus dem Tagebau auf, dass die nahegelege Autobahn A44 wegen schlechter Sicht gesperrt werden musste.

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Der Verkehr wurde umgeleitet und hätte eigentlich über die L277 geführt werden müssen. Diese hatte bis vor kurzem Keyenberg und andere Dörfer als Dorfumgehung und als letzte Barriere gegenüber der Tagebaugrube gedient.

Doch Anfang August hatte RWE unter Mitwirkung der Polizei und unter Protest der Anwohner begonnen, die Straße aufzureißen und zu entfernen. Das Ergebnis: Der Autobahnverkehr einschließlich vieler LKW musste nun direkt durch die Dörfer geleitet werden, wie hier und hier auf Twitter dokumentiert wurde.

Derweil sorgt der Wind zurzeit für reichlich Grünstrom im Netz. Insbesondere am Mittwoch um die Mittagszeit deckten Wind, Sonne, Wasserkraft und Biomasse für mehrere Stunden deutlich über 80 Prozent des deutschen Strombedarfs. Kohlestrom wurde ganz an die Wand gedrückt, wobei die Steinkohlekraftwerke ohnehin kaum noch zur Versorgung beitragen.

Ein Blick auf die Stromproduktion in dieser Woche, den die obige Grafik des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) bietet, lässt erahnen, welche Herausforderungen für den Umbau der Stromversorgung angegangen werden müssen: Es wird langsam Zeit für Speichertechnologien.

Donnerstag um 12 Uhr betrug der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der landesweiten Produktion beachtliche 82,6 Prozent (52,9 Prozent wurden allein von der Windenergie abgedeckt), aber am Tag zuvor waren es um 6 Uhr morgens nur 23 Prozent.

weiterlesen