Kopftuch-Urteil: „Wir haben Schüler aus Gegenden, in denen Ungläubige bekämpft werden“


Die Interessengemeinschaft der Berliner Schulleitungen übt heftige Kritik am Urteil des Bundesarbeitsgerichts

Frank Bachner | DER TAGESSPIEGEL

Karina Jehniche empfindet den Richterspruch als „fatal“. Die Leiterin der Christian-Morgenstern-Grundschule in Spandau, eine Lehranstalt mit sehr hohem Migrationsanteil, hätte „nicht erwartet, dass das Bundesarbeitsgericht das Neutralitätsgebot an Berliner Schulen kippt“. Lehrerinnen dürfen jetzt, haben die Richter entschieden, auch mit Kopftuch unterrichten, sofern der Schulfrieden dadurch nicht gestört werde. 

„Ich hätte nicht erwartet, dass man Neutralität als Diskriminierung betrachten kann“, sagt Karina Jehnichen. Und sie redet nicht bloß als Leiterin ihrer Schule, wenn sie das Urteil als „fatal“ bezeichnet, sie ist auch stellvertretende Leiterin der Interessensgemeinschaft Berliner Schulleitungen (IGB). Sie spricht deshalb auch für rund 300 führende Pädagogen.

weiterlesen