Belarus: ARD-Kamerateam vorübergehend festgenommen


Ein Kamerateam, das für den WDR aus Minsk berichtet, wurde vor seinem Hotel festgesetzt. Inzwischen sind die Journalisten wieder frei, ihnen wurde jedoch die Akkreditierung entzogen. Die autoritäre Staatsführung geht immer wieder massiv gegen Presse vor.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Eine Szene in Minsk am 28. August: Eine kniende Demonstrantin strickt in den Farben der historischen Flagge von Belarus vor den Augen der Polizisten ein kleines Tuch. Bild: Reuters

Ein Kamerateam der ARD ist nach seiner Berichterstattung über die Proteste in Belarus in Minsk vorübergehend festgenommen worden. Die drei Mitarbeiter seien vor ihrem Hotel festgesetzt und über Nacht in einer Polizeistation festgehalten worden, teilte der WDR am Samstag in Köln mit. Sie kamen demnach am Vormittag wieder frei. Laut WDR wurde ihnen die Akkreditierung entzogen.

Die autoritäre Staatsführung ging zuletzt massiv gegen Journalisten vor. Bereits am Vortag kamen etwa 50 Journalisten vorübergehend in Polizeigewahrsam, darunter auch ein ZDF-Kamerateam. Die DW-Korrespondentin Alexandra Boguslawskaja wurde den Angaben nach am Donnerstagabend im Stadtzentrum von Minsk festgenommen. Ohne Vorankündigung oder Aufforderung, den Ort zu verlassen, sei Boguslawskaja gemeinsam mit anderen Journalisten auf das Polizeirevier gebracht worden. Vor ihrer Freilassung sei der Journalistin trotz vollständiger und wiederholter Vorlage der Papiere mitgeteilt worden, es werde ein „Verwaltungsprozess gegen sie wegen journalistischer Arbeit ohne Akkreditierung eingeleitet“. Das belarussische Innenministerium bestätigte der DW später, dass der Verwaltungsprozess bereits wieder eingestellt sei.

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