Empörung über Gewaltszenen am Reichstag


Die Szenen, die sich gestern am Rande der Corona-Proteste am Reichstag in Berlin abgespielt haben, sind parteiübergreifend verurteilt worden.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Kundgebung vor dem Reichstag (dpa / Paul Zinken )

Bundesinnenminister Seehofer sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“, dass Chaoten und Extremisten das Reichstagsgebäude, ein Symbol der Demokratie, für ihre Zwecke missbrauchten, sei unerträglich. Der SPD-Kanzlerkandidat Scholz schrieb auf Twitter, Nazisymbole, Reichsbürger- und Kaiserreichsflaggen hätten vor dem Deutschen Bundestag nichts zu suchen. Die Fraktionschefin der Grünen, Göring-Eckardt, sprach von erschütternden Bildern.

Protestierende hatten gestern versucht, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Nach Polizeiangaben durchbrachen sie eine Absperrung und griffen Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen an. Die Polizei drängte sie mit Pfefferspray zurück. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Bartsch, dankte den Einsatzkräften dafür. Der FDP-Innenpolitiker Kuhle erklärte, die Behörden in der Bundeshauptstadt müssten in der Lage sein, das Durchbrechen der Absperrung um das Reichstagsgebäude zu verhindern.

An den Protesten gegen die Corona-Politik hatten schätzungsweise 38.000 Menschen teilgenommen. Es gab 300 Festnahmen.