Kann sich die deutsche Wirtschaft Menschenrechte noch leisten?


Die Groko will gegen deutsche Firmen vorgehen, die im Ausland von Kinderarbeit und „moderner Sklaverei“ profitieren. Doch in Coronazeiten wackelt das Vorhaben.

Paul Starzmann | DER TAGESSPIEGEL

Fabrikarbeiterinnen in Bangladesh.Foto: picture alliance

Bei manchen in der SPD-Bundestagsfraktion scheint die Geduld mit dem Koalitionspartner bald am Ende zu sein. „Die spielen auf Zeit“, sagt ein Genosse genervt über die Union. „Die haben vergessen, was in unserem Koalitionsvertrag steht.“

Denn eigentlich war aus SPD-Sicht die Sache schon geklärt: Bis zum Ende der Legislaturperiode sollte es kommen, das „Lieferkettengesetz“ – eine Regelung, die deutsche Firmen auch im Ausland zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Ausbeutung im Namen deutscher Verbraucher, zum Beispiel Kinderarbeit in asiatischen Nähwerkstätten, soll damit der Vergangenheit angehören; die „moderne Sklaverei“, wie Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) es nennt, entschieden bekämpft werden.

Doch mit der Corona-Krise scheint das Vorhaben der Groko wieder auf der Kippe zu stehen.

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