Ermittlungen gegen Juan Carlos: Liebesnest überm Rhonetal, Konten auf den Bahamas


Genfer Staatsanwälte haben ermittelt, wie Spaniens Ex-König Juan Carlos dubiose Millionen aus Saudi-Arabien verwendete.

Sylvain Besson, Caroline Zumbach | Süddeutsche Zeitung

Der 82-jährige Juan Carlos hat sich in die Vereinigten Arabischen Emiraten abgesetzt. (Foto: REUTERS)

Als „die schönste Wohnung im Ort“ beschreibt ein Immobilienmakler das Luxusdomizil in Villars-sur-Ollon, hoch über dem Rhônetal. Im obersten Stockwerk des Hotels Royalp gelegen, bietet die riesige Präsidentensuite eine herrliche Aussicht auf die Bergwelt des Waadtlandes. Nun steht sie zum Verkauf: für 4,8 Millionen Franken. Was der Makler verschweigt: Die Suite war das Liebesnest des spanischen Königs Juan Carlos. In ihren Kauf floss ein Teil jener 100 Millionen Dollar, die er 2008 von Saudi-Arabiens König Abdullah erhalten hatte und die er auf einem Schweizer Konto vor der spanischen Steuer und seiner Familie versteckt hielt.

In der Schweiz und in Spanien laufen Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Geldwäsche gegen den ehemaligen König und seine mutmaßlichen Helfer. Der 82-jährige Juan Carlos hat sich in die Vereinigten Arabischen Emirate abgesetzt. Sein Sohn Felipe, der amtierende König, hat sich von ihm distanziert. Jene Personen, die halfen, das Geld zu verstecken und zu investieren, leben aber weiterhin in Europa, zum Teil nach wie vor in der Schweiz. Sie wurden in den vergangenen zwei Jahren vom Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa verhört. Die Protokolle ihrer Aussagen liegen der Süddeutschen Zeitung vor. Sie geben einen tiefen Einblick in das Luxus- und Liebesleben des Königs.

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