Seit wann fließt der Nil?


Er bildet die uralte Lebensader Ägyptens. Doch seit wann bringt der Nil schon Wasser aus dem Inneren Afrikas ins Mittelmeer? Aus einer Studie geht hervor, dass der berühmte Fluss schon seit 30 Millionen Jahren seinem Bett folgt. Indizien dafür sind Gesteinsanalysen und eine Modellsimulation, nach denen das Gefälle des Nillaufs von seiner Quellregion im äthiopischen Hochland bis zur Mündung ins Mittelmeer schon vor 30 Millionen Jahren fast so stark war wie heute. Ursache dafür ist eine Strömung im Erdmantel, die dieses Gefälle bis heute aufrechterhält, wie die Forscher herausgefunden haben.

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Wie ein blaues Band zieht sich der Nil durch den Nordosten Afrikas. (Bild: Harvepino/ iStock)

Der Nil ist mehr als 6800 Kilometer lang und damit einer der längsten Flüsse der Erde. Entlang seines Laufs von Süden nach Norden durch die östliche Sahara entstanden schon vor Jahrtausenden erste menschliche Kulturen und später das ägyptische Reich. Doch so wichtig dieser Fluss für die Menschheitsgeschichte war, so undurchsichtig ist seine Entstehung. Klar ist, dass der Nil von zwei Quellflüssen gespeist wird, dem längeren Weißen Nil, der in Burundi entspringt, und dem wasserreicheren Blauen Nil, der aus dem Hochland von Äthiopien kommt. Doch seit wann das Wasser aus diesen Quellflüssen dem heutigen Lauf des Nils ins Mittelmeer folgt, ist seit Jahren umstritten. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Nil erst nach dem Austrocknen des Mittelmeers vor rund sechs Millionen Jahren und dem daraus resultierenden Gefälle ins Mittelmeer mündet. Vorher, so die Theorie, floss ein Großteil des Nilwassers nach Westen und mündete in das Einzugsgebiet des Kongo. Doch es gibt auch einige Forscher, die eine Entstehung des Nils schon Millionen Jahre früher für möglich halten.

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