Dem Trainer ausgeliefert


Ein Judo-Trainer aus dem Hochtaunus soll 20 Jahre lang junge Schützlinge missbraucht haben. Die Anklage spricht von schweren Übergriffen.

Martin Ochmann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Prozess gegen den 54 Jahre alten Mann findet am Landgericht Frankfurt statt. Bild: Franziska Gilli

Der Mann, der in Handschellen und unter einem roten Pullover verborgen von zwei Wachtmeistern in den Saal des Frankfurter Landgerichts geführt wird, wirkt nicht wie ein erfolgreicher Athlet einer Sportart, bei der man handgreiflich wird. Er ist recht klein und eher schmächtig im Vergleich zu den kräftigen Aufpassern, vornübergebeugt und mit Mundschutz sitzt er zwischen zwei Verteidigern, die versuchen, sich zwischen ihn und den Pressefotografen zu stellen. Wenn er etwas sagt, spricht er sehr leise.

Der Mann, 1965 in Frankfurt geboren, ist Judo-Trainer. Jahrelang trainierte er Kinder und brachte ihnen bei, wie man sich aus dem Klammergriff eines Gegners befreit oder diese niederringt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54 Jahre alten Mann aus dem Hochtaunus vor, sich an vielen seiner Schützlinge vergangen zu haben. Er soll zwischen 1997 und 2019 in Kelkheim, Schmitten, Hofheim und dem Main-Kinzig-Kreis in 27 Fällen Mädchen im Alter zwischen sechs und 13 Jahren missbraucht haben, darunter sind auch vier Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch.

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