Die EKD entwickelt sich zu einer Kirche ohne Gott


Die EKD hat Leitlinien für die Zukunft der evangelischen Kirche vorgelegt. Die Verwandlung in eine rot-grüne NGO ist im vollen Gange. Ein evangelischer Christ antwortet seiner Kirchenleitung.

Klaus-Rüdiger Mai | Die Tagespost

„Da machse wat mit“ – auch in der EKD rührt sich Widerstand gegen Reformeifer der Kirchenspitze. Foto: Thomas Lohnes (www.imago-images.de)

Die „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“, die im November von der Synode als Zukunftsprogramm der EKD verabschiedet werden soll, beschreibt eine Kirche ohne Zukunft. Wenn die EKD zu zeigen beabsichtigte, wo künftig die Musik spielt, so ist ihr das bestens gelungen, nämlich auf der Titanic. Die hohen Austrittszahlen, 2018 verließen 210 000, 2019 280 000 Menschen die Kirche, stellen zwar keinen Grund für Optimismus dar, werden jedoch zu einem existenziellen Problem der protestantischen Kirche, wenn sie sowohl die gesellschaftliche Entwicklung, als auch die Ursachen für den Kirchenaustritt vollkommen falsch interpretiert, wenn sie die Augen davor verschließt, dass viele Christen die Kirche aus Enttäuschung und Erbitterung über die Politisierung die Kirche verlassen.

Wenn Funktionäre der EKD nur noch die Menschen erreichen wollen, die „die kirchliche Arbeit von der Verkündigung über die Diakonie bis zum Rettungsschiff richtig finden und unterstützen wollen“, wie der Chef des Kirchenamtes Thies Gundlach im Interview dekretiert, dann wird aus der ehemals protestantischen Kirche eine rot-grüne NGO mit religiöser Folklore. Dann bedeutet Pluralismus in der ehemals protestantischen Kirche nur noch, die parteipolitische Linie der EKD-Funktionäre zu teilen, Widerspruch hingegen „Hass“ und „Hetze“, weshalb man an die Stelle des Credos das Bekenntnis zur „ethischen Verantwortung“ setzt.

weiterlesen