Erstaunlicher Pflanzen-Vampir


Forscher haben einen weiteren Einblick in die faszinierende Raffinesse des Teufelszwirns gewonnen. Der skurrile Schmarotzer klaut nicht nur die Nährstoffe seiner Opfer, sondern auch ihre „Post“: Er nutzt einen Botenstoff der befallenen Pflanzen, um seine eigene Blütezeit mit der des Opfers abzustimmen. Dies ermöglicht es dem Vampir, unterschiedliche Pflanzenarten zu befallen und ihr „Blut“ optimal für sich zu nutzen, erklären die Wissenschaftler.

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Eine Gurkenpflanze im Würgegriff des Teufelszwirns. Der Parasit gleicht die Zeit seiner Blüte (kleine rundlich Gebilde) an die seines Opfers (gelb) an. (Bild: GUO Han)

Friedlich recken sie ihre Blätter in die Sonne und bauen über die Fotosynthese Biomasse auf – doch das gilt nicht für alle Gewächse: Das Pflanzenreich umfasst auch völlig unproduktive Vertreter. Es handelt sich um sogenannte Vollschmarotzer, die sich komplett von anderen Pflanzen ernähren. Besonders artenreich ist dabei die Gattung Cuscuta: mehr als 200 Spezies zapfen weltweit ein breites Spektrum an Wirtspflanzen an. Die als Teufelszwirn oder Hexenseide bezeichneten Parasiten besitzen weder Wurzeln noch Blätter. Nur Blüten bilden sie an ihren gespinstartigen Strukturen aus, mit denen sie ihre Wirtspflanzen überziehen. Aus deren Stängel saugen die Vampir-Pflanzen durch spezielle Organe (Haustorien) alles, was sie brauchen. Auch bei uns können die skurrilen Gewächse dadurch Pflanzen schädigen, Verluste in der Landwirtschaft verursachen bestimmte Cuscuta-Arten aber vor allem in südlichen Ländern.

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