Immer mehr Verdächtige wegen überlanger Verfahren aus U-Haft entlassen


Die deutsche Strafjustiz muss laut einem Zeitungsbericht immer häufiger Tatverdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen, weil die Strafverfahren zu lange dauern.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Freilassungen wegen zu langer Verfahren nehmen zu (dpa-Zentralbild/ Sebastian Kahnert)

Im vergangenen Jahr habe es mindestens 69 solcher Fälle gegeben, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Deutschen Richterbunds. 2018 hatten die Justizverwaltungen der Bundesländer demnach 65 solcher Fälle verzeichnet, im Jahr davor waren es 51.

Diese Zahlen machten sehr deutlich, dass die Strafjustiz nach wie vor am Limit arbeite, sagte der Bundesgeschäftsführer des Richterbundes, Rebehn. Zum einen seien Strafverfahren vielfach aufwändiger als in der Vergangenheit, zum anderen mangele es weiter an Personal. Rebehn appellierte an die Politik, die Justiz besser auszustatten.