Klimaumschwung löste bei Neandertalern technologischen Wandel aus


Die Neandertaler bevölkertem Europa vor etwa 400.000 bis 40.000 Jahren und erlebten in diesem Zeitraum so manchen Wechsel zwischen warmen und bitterkalten Klimaphasen. Besonders eisige Phasen während der Weichsel-Kaltzeit begannen vor mehr als 60.000 Jahren und führten zu einer Verknappung der natürlichen Ressourcen, wie die Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) berichtet. Um zu überleben, mussten die Neandertaler mobiler sein als zuvor – und ihre Werkzeuge anpassen.

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Produktion aus Neandertalerhänden: ein einfaches Messer mit Rücken (oben rechts) und verschiedene Keilmesser aus der Zeit vor 60.000 bis 44.000 Jahren.>Foto: D. Delpiano, UNIFE

Die Neandertaler hatten schon lange Werkzeuge aus Holz und glasartigen Gesteinsmaterialien hergestellt, die sie zum Teil auch kombinierten, um etwa einen Speer mit einer scharfen und zugleich harten Spitze aus Stein zu versehen. Ab etwa 100.000 Jahre vor der heutigen Zeit war ihr Universalwerkzeug zum Schneiden und Schaben dann ein Messer aus Stein, bei dem der Griff bereits durch eine stumpfe Kante am Stück selber angelegt war. Solche sogenannten „Keilmesser“ gab es in verschiedenen Formen.

„Keilmesser sind eine Reaktion auf die hochmobile Lebensweise während der ersten Hälfte der letzten Eiszeit. Sie ermöglichten durch Nachschärfen eine lange Nutzung und waren gleichzeitig ein Universalwerkzeug – fast wie ein Schweizer Survivalmesser“, sagt Thorsten Uthmeier von der FAU.

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