Als sollte der Souverän ausgesperrt werden


Der Bundestag ist auf Offenheit angewiesen. Wer das Gebäude besser schützen will, muss sich mehr einfallen lassen als mittelalterliche Burgideen. Ein Kommentar.

Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Und, war es nicht so, dass mit dem Umzug nach Berlin die Nähe zum „Volk“ – als Begriff ausdrücklich nicht abwertend gemeint – größer werden sollte? Genau. Während Demonstrationen im Bonner Regierungsviertel der Westrepublik vom Grundsatz her verboten waren, wollte die Politik, dass die Institutionen der Demokratie in Berlin fassbar, nahbar, begreifbar werden.

Seit dem Umzug ist denn auch eine Bannmeile allein während der Sitzungswochen des Parlaments vorgesehen, damit es in Ruhe, unbeeinträchtigt, tagen kann. Allerdings ist selbst dann noch eine Versammlung innerhalb des sogenannten befriedeten Bezirks möglich.

So kommen dann jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen, die das Parlament besuchen und ihm aufs Dach steigen. Was den Bundestag stolz macht. Aber was wird aus der Nähe, wenn Nähe und Schutz aus der Balance geraten und am Westportal, dem, das alle von Bildern kennen, ein zehn Meter breiter, 2,50 Meter tiefer Graben mit hohen Zäunen an den Seiten entstehen soll?

weiterlesen