Medikamentenversuche an Kindern: Studie belegt erschreckendes Ausmaß

Bild von Arek Socha auf Pixabay

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wunstorf bei Hannover war zwischen 1945 und 1978 offenbar eines der Hauptzentren für Medikamentenversuche an Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen. Zwischen 1953 und 1976 seien etwa vier Prozent der aufgenommenen Jungen und Mädchen in Wunstorf von Arzneimittelversuchen betroffen gewesen, teilte das Sozialministerium am Dienstag in Hannover mit.

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Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM) im Auftrag des Ministeriums verfasst hat. Sie belege „sehr eindrücklich das erschreckende Ausmaß dieser illegalen und zutiefst unethischen Arzneimittelstudien in niedersächsischen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken“, sagte Ministerin Carola Reimann (SPD).

Der Bund, die Länder, die Kirchen sowie deren Wohlfahrtsverbände haben die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ins Leben gerufen. Sie soll Personen unterstützen, die als Kinder oder Jugendliche in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie „Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch an den Folgewirkungen leiden“, sagte Reimann. Anträge für eine finanzielle Unterstützung könnten noch bis Ende 2020 gestellt werden.

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