Reform des Embryonenschutzgesetzes: Ärzte wollen Eizellspende erlauben


Die Bundesärztekammer fordert eine Liberalisierung des Embryonenschutzes. Die bisher gültige gesetzliche Regelung sei veraltet, so die Mediziner.

Heike Haarhoff | taz

Ein Behälter mit eingefrorenen Eizellen in einem Kinderwunschzentrum in Magdeburg Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/picture alliance

Die Bundesärztekammer hat an den Gesetzgeber appelliert, die Fortpflanzungsmedizin in Deutschland zum Wohl von Kindern und Müttern nach internationalen medizinisch-wissenschaftlichen Standards auszurichten. Nicht nur die Eizellspende müsse erlaubt werden, sondern auch die Identifikation und Auswahl entwicklungsfähiger Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung übertragen werden, forderte der Präsident der Kammer, Klaus Reinhardt, in einem am Mittwoch veröffentlichten Memorandum.

Das Embryonenschutzgesetz von 1990 sei „veraltet“, so Reinhardt. Es verbietet unter anderem die Eizellspende, erlaubt aber die Samenspende. Diese Ungleichbehandlung lasse sich nicht rechtfertigen, erklärte Jan-Steffen Krüssel, Vorsitzender des Arbeitskreises „Offene Fragen der Reproduktionsmedizin“ bei der Bundesärztekammer. Viele Paare gingen dann ins Ausland. Dort aber werde die Eizellspende oft anonym praktiziert, wodurch dem Kind das Recht auf Kenntnis seiner Abstammung versagt bleibe.

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