Europäer vertragen erst seit wenigen tausend Jahren Milch


Im heutigen Nord- und Mitteleuropa können die meisten Menschen auch als Erwachsene noch den Milchzucker Laktose verdauen. Bei Individuen, die ungefähr im Jahr 1200 vor Christus bei der Schlacht an dem Fluss Tollense im heutigen Mecklenburg-Vorpommern gestorben sind, war das jedoch nicht der Fall. Das konnten Forscher nun zeigen, indem sie das Erbgut aus den Knochen der Gefallenen untersuchten. Demnach hat sich die Genvariante, die für die Laktosetoleranz verantwortlich ist, innerhalb weniger Jahrtausende in Europa verbreitet.

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Für den Nachwuchs von Säugetieren ist Milch die erste Nahrungsquelle. Nach dem Säuglingsalter verlieren jedoch fast alle Säugetiere – auch die meisten Menschen – die Fähigkeit, den in der Milch enthaltenen Zucker Laktose zu verdauen. Doch als die Menschen in der Jungsteinzeit vor rund 7500 Jahren begannen, Vieh zu halten und zu nutzen, wurde es für sie zum Vorteil, auch als Erwachsene noch Milch trinken zu können. Dafür benötigen sie das Enzym Laktase, das den Milchzucker spaltet. Damit der Körper dieses Enzym noch im Erwachsenenalter produziert, ist eine bestimmte Genvariante erforderlich. Ein internationales Forschungsteam um den Populationsgenetiker Joachim Burger von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat nun untersucht, wie verbreitet diese Variante in der Bronzezeit vor etwa 3200 Jahren war.

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