„NSU 2.0“: Wieder Polizeidaten abgefragt?


Seit zwei Jahren wird die Anwältin Seda Başay-Yıldız vom „NSU 2.0“ bedroht. Eine neue Drohmail nennt sogar ihre aktuelle Adresse.

taz

Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız bekommt seit mehr als zwei Jahren Drohschreiben vom „NSU 2.0“ Foto: Janine Schmitz/photothek/imago

Der oder die Täter, die hinter den „NSU 2.0“-Drohmails stecken, haben erneut private Daten der bedrohten Anwältin Seda Başay-Yıldız erlangt. In einer mit „NSU 2.0 Der Führer“ unterzeichneten Mail von Ende Juni wird nach taz-Recherchen ihre aktuelle, öffentlich nicht bekannte Wohnanschrift in Frankfurt genannt. Es steht also der Verdacht im Raum, dass erneut persönliche Daten in einem Polizeisystem abgefragt wurden.

Als Absendername der Mail ist „SS-Obersturmbannführer“ angegeben, sie ist nicht direkt an die Anwältin gerichtet und liegt der taz vor. Abgeschickt wurde die Nachricht von der Mailadresse des russischen Anbieters Yandex, die laut Ermittler*innen von dem oder den Tätern benutzt wird. Mehr als 80 Drohschreiben wurden demnach bisher vom „NSU 2.0“ verschickt, die meisten von dieser Mailadresse, die als User-Name ein rassistisches Schimpfwort hat.

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