Syrische Kurden: Annäherung an Russland


Die Kurden der Selbstverwaltung im Nordosten Syriens haben allen Grund die Türkei und die mit ihnen verbündeten islamistischen Milizen zu fürchten. Nach jüngsten Meldungen häufen sich die Entführungen von kurdischen Frauen in Afrin wie auch Bestätigungen dafür, dass die Besatzung der von der Türkei eingenommenen syrischen Gebiete auf eine „Türkifierung“ hinausläuft (siehe auch hier).

Thomas Pany | TELEPOLIS

USA-Russland: Wer ist schneller in Nordostsyrien? Screenshot einer Konfrontation zwischen Militärfahrzeugen. Quelle: Video RusVesna.Su/Twitter

Dass die islamistischen Milizen in den besetzten Gebieten brutal vorgehen, ist bekannt. Laut Beobachtungen des US-Africa-Command bestätigen sie ihren üblen Ruf auch bei ihrem Einsatz in Libyen. Interessant hierzu ist ein Artikel, der vor einigen Tagen in einer US-Militärpublikation erschien, wonach der türkische Geheimdienst das CIA-Unterstützungsprogramm syrischer Oppositionsmilizen dazu nutzte, Islamisten nach eigenen Interessen zu rekrutieren.

Große Teile der von den USA unter Obama mit reichlich Geld (insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar) unterstützten islamistischen Milizenführer und Milizen sollen sich demnach nun unter den Verbündeten der Türkei in den von ihr besetzten Zonen Nordsyriens wiederfinden.

Mehrmals wurde an dieser Stelle auch darüber berichtet, dass die Türkei einen beträchtlichen Teil der Wasserversorgung der von den Kurden verwalteten Gebiete in Nordostsyrien kontrolliert und es immer wieder große Problem gibt, wenn das Wasser ausbleibt.

Das ist der Hintergrund für eine relativ kleine, aber nicht unbedeutende Meldung. Sie berichtet von einer Annäherung zwischen Russland und der Führung des SDC, dem politischen Arm der SDF. Das Treffen fand in Ende August in Moskau statt und auch Außenminister Lawrow stieß hinzu. Das setzte die Zusammenkunft auf eine diplomatische Ebene, die Beachtung fand.

Etwa zeitgleich war noch eine türkische Delegation zu Gast, die sich allerdings mit rangniedrigeren russischen Vertretern begnügen musste. Umso stärker war die Verärgerung in Ankara. Die türkische Regierung reagierte auf den Empfang der Kurden in Moskau mit Kritik, ebenso die Vertretung der syrischen Opposition in Istanbul und auch in den USA wird das Moskauer Treffen wahrscheinlich nicht mit ungeteilter Freude aufgenommen worden sein.

weiterlesen